Rettet Mausi

Ab dem 22. Juni 2011 kündigt Zirkus Voyage ein Gastspiel in Wilhelmshaven an. Mit dabei die schwerkranke Elefantenkuh Mausi. Die Tierrechtsorganisation Peta Deutschland hat eine Kampagne zur Rettung von Mausi gestartet. Mausi ist laut PETA der Elefant mit dem schlechtesten Gesundheitszustand in Deutschland. Auf der Webseite www.peta.de können sich alle Elefantenfreunde an einer Petition beteiligen und ein Video ansehen, auf dem Mausis qualvoller Zustand deutlich zu erkennen ist. PETA appelliert an Zirkusdirektor Alois Spindler: „Setzen Sie Mausi nicht länger den Reisestrapazen aus. Sorgen Sie dafür, dass Mausi endlich in eine stationäre Haltung überführt wird!“ Mausi wurde als Baby im heutigen Zimbabwe gefangen und nach Europa exportiert. Sie nickt stereotyp mit dem Kopf hin und her, ist kleinwüchsig und kann aufgrund ihrer schweren Arthrose kaum mehr die Hinterbeine anheben. Arthrose entsteht durch Bewegungsmangel, Feuchtigkeit, harten Boden und zu langes Stehen – Haltungsformen, denen Tiere im Zirkus permanent ausgesetzt sind.
Anfang März fanden zwei Elefanten aus dem Zirkus Crocofant ein neues Zuhause im Osnabrücker Zoo. Hier sollen sie ihren Ruhestand fern der Zirkusarena genießen. Auch für Mausi stünde schon ein tiergerechtes Refugium bereit, wenn sich Zirkusdirektor Spindler nur erweichen ließe.
Früher wurden Menschen aus fremden Kontinenten und Menschen mit Behinderung als gezähmte Wilde im Zirkus vorgeführt. Diese Unmenschlichkeit wurde verboten.
Die Zeit ist reif, dass auch das Vorführen von Tieren der Vergangenheit angehört! Bereits 2003 hat der Bundesrat in einer Einschließung für ein Verbot von bestimmten Wildtieren im Zirkus gestimmt und die Bundesregierung beauftragt, dies unverzüglich auf den Weg zu bringen. Doch bislang wurde nicht gehandelt, obwohl in der Zwischenzeit auch die Bundestierärztekammer aus Gründen des Tierschutzes ein Wildtierverbot für reisende Zirkusse fordert.
In Deutschland reisen mindestens 70 Zirkusse mit Wildtieren durch die Lande. Ein fahrender Zirkus kann auf die Bedürfnisse der Tiere keine Rücksicht nehmen; der Betrieb wechselt ständig den Standort, Käfige müssen Platz sparend transportiert und schnell auf- und abgebaut werden. So leben die Tiere die meiste Zeit in viel zu engen Transportwagen. Zum Klettern, Graben, Laufen, Baden oder Schwimmen ist kein Platz!
Enge, Stress und Langeweile: Giraffen, Löwen und Affen vegetieren in kleinen Käfigwagen oder auf winzigen Auslaufflächen dahin, ein Einzelgänger wie der Tiger wird mit Artgenossen zusammengepfercht, hochsoziale Elefanten werden
einzeln gehalten und stehen stundenlang an der Kette. Die Folgen sind starke Verhaltensstörungen: Stereotypien, Aggressionen oder Apathie.
Fragwürdige Dressur, kein Tiger springt in freier Wildbahn durch einen brennenden Reifen, kein Elefant macht freiwillig einen Kopfstand. Solche Dressurnummern sind das Ergebnis fragwürdiger Trainingsmethoden und keineswegs – wie gern behauptet wird – eine „Abwechslung“ im bewegungsarmen Alltag der Tiere.
Am Ende ihres Leidensweges können Tiere, die zu alt für die Manege sind, nur selten auf ein „Gnadenbrot“ hoffen. Kaum ein Zirkus kann sich das leisten! Also werden die Tiere eingeschläfert oder verkauft und damit einem ungewissen Schicksal ausgeliefert.
Aber auch die Tiere, die im Zirkus bleiben, haben kein besseres Leben: Sie bleiben in ihren Käfigen oder winzigen Gehegen und werden hier bei der Tierschau präsentiert. Der „Tierbedarf“ eines Zirkus wird in der Regel aus der „Überproduktion“ von Zoos und Tierparks gedeckt.
Deutschland will keine Wildtiere im Zirkus sehen, so das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Im Auftrag der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e. V. fragte das größte deutsche Marktforschungsinstitut in einer Mehrthemenuntersuchung im Zeitraum vom 1. bis 16. April 2010: „Sind Wildtiere im Zirkus Ihrer Meinung nach noch zeitgemäß? Ja/Nein“. Von den Befragten lehnen 64,4 Prozent Wildtiere im Zirkus ab, während nur 35,6 Prozent Wildtiere im Zirkus noch zeitgemäß finden.

Seit Jahren kämpft PETA für den wildtierfreien Zirkus. In den europäischen Ländern sind Wildtiere im Zirkus bereits verboten oder aber die erlaubten Tierarten stark eingeschränkt
Es geht auch anders! 13 europäische Länder machen es vor: Hier dürfen Wildtiere in Zirkussen nicht mehr auftreten oder unterliegen zumindest sehr starken Einschränkungen. Auch in Israel oder Singapur sucht man Wildtiere künftig in der Manege umsonst; in Großbritannien ist ein Verbot bereits in Sichtweite.